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Zehn kleine Negerlein



„Der Anfang machte Appetit auf mehr". Mit dieser Überschrift hatte die lokale Presse nach der Premiere von „Der stumme Zeuge“ die positive Resonanz des zahlreich erschienenen Publikums treffend zusammen gefaßt. Der Theatergruppe machte sie Mut, zügig ein zweites Stück auszusuchen und einzustudieren.

Die Wahl fiel auf „Zehn kleine Negerlein“ von Agatha Christie. In diesem Klassiker der Kriminalliteratur lockt eine geheimnisvoller Gastgeber zehn einander völlig fremde Personen in sein Haus auf einer einsamen Insel. Jeder Gast hat einen ungesühnten Mord auf dem Gewissen. Der „große Unbekannte“ spricht über jeden Anwesenden das Todesurteil, um es dann nach und nach zu vollstrecken.



Die Inszenierung dieses Stückes stellte eine große Herausforderung für die auf mittlerweile zehn Mitglieder angewachsene Theatergruppe dar. In neun Monaten mußte nicht nur der umfangreiche Text gelernt und in intensiver Probenarbeit szenisch überzeugend umgesetzt, sondern parallel dazu viel Freizeit für Bühnenbau, Beschaffung von Requisiten und Kostümen sowie Maske geopfert werden. Alle Aufgaben erledigte die Gruppe auch diesmal weitgehend in, mitunter schweißtreibender, Eigenarbeit, ehe sich am 4. Juni 1994 der Vorhang für „Zehn kleine Negerlein“ öffnete.



Der Saal des Phillip-Nicolai-Hauses war gut gefüllt und die erwartungsfrohen Zuschauer sahen ein „mörderisch gutes Bühnenstück“ [WR vom 6.6.94]. Der begeisternde Schlußapplaus und die durchweg positive Kritik der Besucher war vielleicht mit ein Grund dafür, daß bei der zweiten Aufführung eine Woche später kaum ein Platz unbesetzt blieb. Der Beifall nach dem letzten Vorhang war überwältigend. Der immense Aufwand hatte sich für alle Mitwirkenden mehr las gelohnt. Schließlich heißt es nicht ohne Grund: „Das Brot des Künstlers ist der Applaus.“

Murphy Pohl-Leifermann


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