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Valentinstag



Am 10. November 2001 war es soweit, Vorhang auf für unsere Komödie „Valentinstag“. Die Vorlage von Barry Creyton war eine neue Herausforderung. Galt es doch bei diesem Stück die Dialoge bzw. Monologe (nicht wahr, Mizie?) pointiert und punktuell zu setzen, also Witz und Komik vermehrt durch gesprochenes Wort zu präsentieren. Auf eher klassische Elemente einer Komödie, wie extrem überzeichnete Charaktere oder schnelle und direkte Abfolge einzelner Szenen, wurde bewusst verzichtet.

Wir befinden uns in New York, inmitten des Stadtteils Manhattan. Der in einer Schaffens- und Lebenskrise sich befindliche Schriftsteller Lewis Paine versucht seinem Leben, durch einen Sturz vom Balkon seiner Penthousewohnung, ein Ende zu setzen. Sein Freund Nick Martinelli und dessen Freundin Francine suchen Lewis, unmittelbar nach dem Absprung, in seiner Wohnung auf. Ob seiner unerklärlichen Abwesenheit geraten die zwei in Sorge und in ihrer Hilflosigkeit wenden sie sich an die Polizei. Recht bald erscheint eine Streifenpolizistin um die Vermisstenanzeige aufzunehmen. Dass in diese Szenerie der gestrauchelte Selbstmörder platzt, konnte keiner ahnen und dass er sich dabei auf der Flucht vor Mizie Weissberg befindet, eine im unteren Stockwerk wohnende Nachbarin, hat einen einfachen Grund. Auf seiner rasanten Talfahrt in die Häuserschluchten Manhattans nämlich, kracht Lewis in die ausgefahrene Markise von Mrs Weissberg und stürzt auf ihren Balkon. Bei dieser Gelegenheit reißt er der Dame, versehentlich, auch noch den Bademantel vom Leib. Dies ist natürlich alles ein dummer Zufall, der allerdings nach Vergeltung schreit wie Mrs Weissberg findet. Jetzt ist guter Rat teuer und es kann nur noch der Anwalt Arnold helfen. Pikant ist, dass Arnold, Rufname Arnie, sowohl Lewis als auch Nick in der Scheidungsangelegenheit gegen Amelia vertreten hat. Beide waren nacheinander mit Amelia verheiratet und beide wurden bei den Scheidungsprozessen um ihr Vermögen geprellt. Und eben diese Amelia soll nach New York kommen um den Exgatten eine finanzielle Spende zu überreichen. Diese Neuigkeit sorgt für einige Aufregungen, nicht nur bei den zwei Verschmähten sondern auch bei Nicks Freundin Francine.



Im Laufe des Stücks schmieden Nick und Lewis einen Racheplan, nach dem das Leben von Amelia ein jähes Ende finden soll. Kurzerhand wird, über dubiose Geschäftskontakte von Nick, ein Profikiller engagiert. Dieser beginnt auch recht bald und unbeirrt mit den Vorbereitungen seiner meuchlerischen Tat. Zum Verhängnis gerät den Geschiedenen ein in der Wohnung hängendes Portrait der ehemals Angebeteten. Dieses Gemälde nimmt sich nun nach und nach jede in Erscheinung tretende Frau zum Vorbild. Als erste betritt Francine mit neuer Frisur und in ein blaues Kostüm gewandet die Bühne (ganz wie die Frau auf dem Gemälde), um der Konkurrentin nachzueifern. Auch Mrs Weissberg passt Garderobe und Haupthaar der Leinwandvorlage an, hat sie doch in der Zwischenzeit ein Auge auf Lewis geworfen und stellt ihm unaufhörlich nach. Das sich alsbald die Polizistin in blauem Kostüm und mit blondierter Haarpracht dazugesellt und auch dem Anwalt eine ebensolche Verwandlung nicht erspart bleibt, liegt an dem hinterlistigen Plan den sie verfolgen. Sie wollen Nick und Lewis um die großzügige Spende bringen und haben sich dazu einen ausgefuchsten Schlachtplan zurechtgelegt. Wäre da nur nicht dieses Gemälde, der stumme Killer, Nick Martinelli, Francine, Lewis Paine und Mizie Weissberg... .

Rückblickend war es eine sehr gut gelungene und überaus erfolgreiche Darbietung, wie uns die opulenten Beifallsbekundungen Ihrerseits und die überaus positiven Zeitungskritiken der hiesigen Lokalberichterstatter bewiesen haben. Wurde bereits erwähnt, dass Theater Ne Ah bei diesem Stück das Bühnenbild, die Kostüme und alles Drum und Dran, wie immer, in Eigenregie entworfen bzw. erworben hat? Es war jedenfalls ein großes Vergnügen und eine besondere Freude unser immer zahlreicher werdendes Publikum zu unterhalten. Danke Ihnen allen für 10 Jahre Treue, Applaus und Spendierhosen.

Patrick Kleinkorres


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